person of interest – Harald Kindermann

Auf der Suche nach einer weiteren person of interest für unsere Interviewreihe stach uns dieser Mann ins Auge:

FH-Prof. Ing. Mag. Dr. Harald Kindermann

Er bereicherte uns dieses Semester als Lehrveranstaltungsleiter mit sämtlichen Themen unter dem Deckmantel Konsumentenverhalten. Nach erfolgreichem Abschluss der LVA überlegten wir uns, wie wir mit interessanten Fragen sein Verhalten ausforschen können 😉

Aber lies am besten gleich selbst…..

viel Vergnügen, deine fh-Insider

 

Können sie uns bitte ihre beruflichen Stationen etwas genauer erläutern? Was haben sie alles gemacht und warum?

Mein Werdegang in Kurzform:

1970-1974:    Volksschule
1974-1978:    Hauptschule
1978-1982:    Lehre zum Betriebselektriker, Voest Alpine AG. Nach der Lehrabschlussprüfung → Stipendium der Voest, um die HTL besuchen zu können

1982-1988:    HTL Elektrotechnik, Linz Paul-Hahnstraße; nach der Matura → Wechsel zur Siemens (aber verständlicherweise bedingte das eine Rückzahlung des Voest-Stipendiums)

1988-1995:    Medizintechniker mit Schwerpunkt Neurologie und Kardiologie, Siemens AG

1993-1998:   Berufsbegleitendes BWL-Studium an der JKU (Schwerpunkte: Marketing und Finanzwirtschaft)

1998-1999:   Assistent des Marketingleiters, Wimmer Medien GmbH und Co KG (OÖNachrichten)

1999-2002:   Geschäftsführer, GISDAT GmbH – Firma wurde verkauft → Wechsel zu einem der ehemaligen Eigentümer (Linz AG)

2002-2005:  Vertriebsleiter Erdgas (B2B), Linz AG
2002-2006:  Berufsbegleitendes Dissertationsstudium an der JKU

Seit 2002: Selbständiger Unternehmensberater, Kindermann KG (Schwerpunkt: Werbeanalysen, Markt und Meinungsforschung)

Seit 2005: Prof. an der FH OÖ, Campus Steyr, Studiengang “Marketing und Electronic Business”

Was war das “Nützlichste”, dass Sie in ihrer Lehrzeit gelernt haben?
Die Fähigkeit, die Elektroinstallationen im eigenen Haus selber machen zu können und den Umgang mit Werkzeug. Mit anderen Worten: Ich bin ein perfekter Heimwerker mit einer Neigung zum Prinzip: die letzten 10% bis zur Perfektion sind so viel Aufwand, dass man darauf verzichten kann.

Was dagegen haben Sie bisher eher weniger gebraucht?
In der Lehrzeit bei der Voest gab es praktisch nichts, was ich (nachträglich) als sinnlos oder wenig nützlich erachten würde.

Was war das “spannendste” das sie an der Universität gelernt haben?Marktforschung, öffentliches Recht und Statistik.

Konnten Sie die Kontakte, die während des Studiums entstanden sind, auch beruflich nutzen?
Ja, absolut. Die damaligen StudienkollegInnen sind jetzt meist in guten Positionen und man trifft sich immer wieder bei Projekten oder auch bei Events. OÖ ist wahrlich ein Dorf…

Haben Sie noch Kontakt zu Ihren ehemaligen Kommilitonen? Ja, immer wieder.

An welche Professoren können Sie sich noch oder gerne erinnern? Wer hat Sie geprägt? Warum?
Prof. Thomas Werani: Er hat mein Interesse an Marktforschung geweckt und meine Dissertation betreut. Er war und ist inhaltlich fordernd, aber das ist völlig OK.
Prof. Andreas Janko: Hätte nicht geglaubt, dass öffentliches Recht so interessant vermittelt werden kann.
Prof. Robert Hafner: Wegen ihm mag ich Statistik.

Was hat Sie am allermeisten geärgert an der Uni? 

Teilweise mühsamer Kontakt zwischen Profs und Studenten, Terminverlust aufgrund fehlender Prüfungsmöglichkeiten. Da haben es jetzt die Studenten an der FH deutlich einfacher…

Was macht die FH besser?
Eben der Kontakt zwischen Studenten und Profs. und die berufsorientierte Ausbildung.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit? Wie finden Sie Ihren Ausgleich beruflichen Alltag? Mountain-Biken und etwas Rennradfahren.

Welche drei Eigenschaften sind Ihrer Meinung nach besonders wichtig um erfolgreich zu sein?
Eigeninitiativ zu sein und nicht darauf warten, dass etwas von selber passiert (auch beim Aneignen von Wissen).
Sich etwas zuzutrauen. Die Besten scheitern oft daran, weil sie zu vorsichtig sind.
Ein Netzwerk aufbauen und pflegen.

Welche Botschaft möchten Sie an die Studierenden oder Interessierten weitergeben?

Siehe vorheriger Punkt. All diese Dinge kann jeder selbst beeinflussen.
Und: Wenn ein Vortragender schlecht ist, dann gibt es sicher ein gutes Buch, um den Stoff autodidaktisch zu lernen. Es ist in erster Linie euer Job, euer Wissen zu erweitern.

Welche Botschaft haben Sie speziell für berufsbegleitend Studierende?
Wenn jemand diesen Schritt geht, dann sollte das Studium im Mittelpunkt stehen und nicht mehr die Firma. Ob die Priorisierung möglich und sinnvoll ist, muss jeder für sich entscheiden, aber sie ist notwendig.

 

Die FH…….hat mir meinen Traumjob ermöglicht, ohne dass ich vorher gewusst hätte, dass dies überhaupt mein Traumjob ist.

Am Campus Steyr mag ich besonders….. meine Arbeitskollegen. Wir sind ein Spitzenteam.

Marketing ist für mich….. ein Begriff, der am meisten und am hartnäckigsten falsch verwendet wird – auch von Marketing-Studenten. Marketing ist ein Konzept der Unternehmensführung und sollte nicht auf „Werbung“ reduziert werden. Aber diese Hoffnung habe ich bereits aufgegeben…

Studenten mag ich, wenn Sie sich in eine Lehrveranstaltung einbringen und nicht nur passiv anwesend sind bzw. mit dem Smartphone spielen. Dann macht es richtig Spaß, Stoff zu vermitteln.

Meine Zukunft an der FH wird hoffentlich so aussehen wie die Gegenwart. Es soll also alles so bleiben, wie es ist (hinsichtlich der Arbeitssituation und mit meinen Arbeitskollegen).

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